Francis Ford Coppola erforscht mit dem Livekino-Projekt die Zukunft des Films

Coppola realisiert Livekino

Francis Ford Coppola ist für sein Talent als Kinofilm-Regisseur bekannt. Filme wie „Der Pate“, „Apocalypse Now“ und “Bram Stoker’s Dracula” sind auf der ganzen Welt angesehen, was deutlich unterstreicht, wie sehr Coppola respektiert wird. Natürlich werden seine weniger positiv aufgenommenen Filme wie „Der Pate – Teil III“ und „Peggy Sue hat geheiratet“ oft übersehen, aber das hindert den Mann nicht daran, enorm viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Schließlich hat er insgesamt 5 Oscars gewonnen.

Jetzt, in einem Schritt, den viele die mögliche filmische Revolution nennen, auf die die Welt gewartet hat, hat Coppola seine Aufmerksamkeit auf etwas gerichtet, was dieMenschheit so noch nicht erlebt hat. Oder jedenfalls nicht im großen Maße. Livekino. Das Projekt hat den Namen „Distant Vision“ und trotzt allem, was Kino zur Zeit ausmacht, mit dem Potential, eine völlig neue Generation des Filmeschauens einzuleiten.

Was ist Livekino?

Livekino ist genau das, was der Name sagt: ein Film, der live gedreht und ausgestrahlt wird, ohne das zwischen dem Auftritt der Schauspieler und dem Moment, in dem das Publikum die Aufnahmen sieht, Zeit vergeht. Live-Fernsehen ist natürlich bereits üblich, besonders bei Nachrichten und Sportübertragungen. Live-Onlinecasino-Unterhaltung, die von erstklassig bewerteten Seiten wie Spin Palace angeboten wird, wird ebenfalls immer beliebter, da sie Action in Echtzeit und ein lebensechtes Erlebnis bietet. Livekino allerdings will dasselbe mit einem Drehbuch in voller Spielfilmlänge, verschiedenen Drehorten und Live-Kinematographie und Soundmanagement machen. Der Vorgang ist, man ahnt es, extrem kompliziert, anspruchsvoll und riskant.

Aber das, sagt Coppola, ist genau das, was Livekino so interessant und einzigartig macht. Traditionelles Kino beinhaltet gar keine Risiken, keine Gefahr, dass die Darsteller einen Unfall haben, keine Sorge darüber, dass irgendetwas schieflaufen könnte. Livekino bietet die mit all dem verbundene Spannung, sodass das Publikum die enormen Fertigkeiten, die bei der Realisierung eines solchen Projektes nötig sind, voll schätzen kann.

Distant Vision

“Distant Vision” ist ein von Coppola geschriebenes, teils autobiographisches Drehbuch, das die Geschichte von drei Generationen einer italienisch-amerikanischen Familie erzählt. Das Drehbuch dauert 27 Minuten und beinhaltet mehrere Drehortwechsel sowie ein hohes Maß an schwieriger und komplizierter Kinematographie.

Das Drehbuch wurde an der UCLA, der University of California, Los Angeles, ausgearbeitet und aufgeführt. Alles in allem brauchte es 75 Studenten, um das Drehbuch in Livekino-Form zu verwirklichen. Dazu zählten insgesamt 40 verschiedene Kameras sowie die sorgfältige Handhabung von Kulissen, Kostümen, Bühnenleitung und vielem mehr. Bemerkenswerterweise war Coppola selbst der Regisseur.

Explication de la vision

Eine neue Form des Kinos?

„Distant Vision” wurde nur vor einem begrenzten Publikum aufgeführt und es gibt keine offiziellen Verlautbarungen darüber, wie gut der Film angenommen wurde. Man sollte allerdings im Kopf behalten, dass dies nicht Coppolas erster Versuch in Sachen Livekino war. Obwohl das Projekt heute praktisch vergessen ist, war “Einer mit Herz“ schon 1982 ein Livekino-Projekt. Es fiel sowohl bei den Einspielergebnissen als auch bei den Kritikern durch.

Coppola hat die Idee damals aufgegeben, versucht aber jetzt, sie wiederaufleben zu lassen. Aber warum sollte es jetzt funktionieren, wenn es damals schieflief? Coppola selbst weist gerne darauf hin, dass die Technologie sich seit 1982 um einiges weiterentwickelt hat, besonders, was das Kino betrifft. Kinematographie und Übertragungstechnik sind um Längen weiter, als sie es vor ein paar Jahrzehnten waren, sodass Livekino heutzutage realisierbarer ist als jemals zuvor. Aber wird es sich durchsetzen?

Livekino ist ein lebenslanger Traum von Coppola, also gibt es zumindest einen talentierten, engagierten Mann, der versucht, es zu verwirklichen. Ob es sich auch außerhalb der UCLA verbreitet, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Hollywood ist schon lange erpicht darauf, neue Methoden zu finden, um die Leute wieder ins Kino zu locken.