Neuromarketing: Wie das Hirn die Kaufkraft leitet

Auf das Hirn abzielendes Marketing
Quelle: pixabay

Das Wort mag sehr wissenschaftlich klingen, doch das Konzept des Neuromarketings ist ziemlich unkompliziert und beruht auf Logik. Beim Neuromarketing wird Hirnbildgebung verwendet, um die Reaktion des Gehirns auf gewisse externe Reize zu untersuchen, d. h. es wird beobachtet, wie das Hirn auf Dinge wie Verpackung, Werbung, das eigentliche Produkt usw. reagiert. Die Prämisse ist, dass das Gehirn direkt auf die bestimmte Wahrnehmung dessen, was die Sinne erfassen, reagiert. Oftmals ist das Bewusstsein überhaupt nicht beteiligt, was für eine weitaus ehrlichere Reaktion auf Außenreize sorgt.

Überdies kann festgestellt werden, dass ein spezifischer Reiz einen gleichbleibenden Satz von Reaktionen hervorruft, etwa den Wunsch, etwas Neues auszuprobieren. Der Zweck besteht darin, exakt zu bestimmen, um welche Reize es sich handelt und wie man sie künftig replizieren kann, um dieselbe Reaktion zu wiederholen.

Es ist leicht erkennbar, wieso Neuromarketing ein sehr nützliches Werkzeug sein kann. Und es ist eine Verkaufswissenschaft, die in nahezu jedem Bereich angewendet werden kann, von der Onlinecasino-Branche über das Bankwesen bis hin zum Verkaufen von Häusern oder sogar von Eiscreme!

Effektive Anwendung von Neuromanipulation


Obwohl die Neuromarketing-Technologie relativ neu ist, gibt es viele Beispiele dafür, wie das Hirn auf bestimmte Weise auf bestimmte äußere Einflüsse reagiert.

Eines davon ist das Konzept des Blicks. Zwar ist es definitiv korrekt, dass Babys unsere sanftere, zugänglichere Seite ansprechen und dass Werbung mit Babys und Produkten oftmals bessere Ergebnisse erbringt als solche ohne die Gegenwart eines Säuglings, zeigen jüngste Studien, dass wir es völlig verkehrt gemacht haben.

Die ursprüngliche Idee war, den Blick des Betrachters auf das Gesicht des Kindes zu lenken. Jedoch haben Marketingexperten nun festgestellt, dass in dem Moment, da sich der Blick des Betrachters direkt auf das Babygesicht richtet, seine Aufmerksamkeit nicht mehr dem Produkt gilt und es unwahrscheinlich ist, dass sie sich während des Werbespots wieder dem Produkt zuwendet. Die bessere Alternative, so stellte sich heraus, besteht darin, den Blick des Babys auf das Produkt zu richten, das verkauft werden soll. Dies wiederum erwies sich als wirksame Maßnahme, um auch die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Produkt zu lenken.

Ein weiteres hervorragendes Beispiel ist die Macht der Verpackung. Marketingexperten waren sich stets bewusst, dass die Präsentation alles ist und dass wir auf attraktiv präsentierte Produkte besser ansprechen als auf die Alternativen.

Neuromarketing entwickelt dieses Konzept noch weiter, indem mit Hilfe der Hirnbildgebung festgestellt wurde, dass Kunden auf matte Verpackungen besser reagieren als auf etwas, das glänzend verpackt ist.

Der Einfluss der Farbe auf den Geist
Quelle: pixabay

Auch die Farbe spielt eine große Rolle bei jeder effektiven Marketingkampagne. Es ist wohlbekannt, dass Farben ein großes Spektrum an Emotionen auslösen, wobei gewisse Farben beständig an bestimmte Emotionen und Reaktionen gekoppelt sind. Die Untersuchung der Reaktionen des Gehirns, wenn es mit bestimmten Farben konfrontiert wird, ist gut dokumentiert. Es wurde gezeigt, dass Blau Fachleute anspricht, Rot die Blicke aller nahezu unverzüglich auf sich zieht und tiefe Braun- und Goldtöne auf alle wirken, die Luxus und Überfluss lieben.

Es geht nicht darum, was gesagt wird

Förderung des Kaufpotentials
Quelle: pexels

Die Quintessenz ist, dass die Menschen ungern verlieren. Niemand möchte verlieren. Sobald Verlust von der Tür her winkt, meiden wir die Tür. Die logische Anwendung? Wenn zwei Optionen präsentiert werden und eine davon als Verlust, dann werden die Menschen beinahe unweigerlich die andere Option wählen, unabhängig davon, ob es sich überhaupt um eine besonders attraktive Alternative handelt.

Mit der Präsentation eines Produkts als NICHT negativ erzielt man somit weitaus bessere Resultate, als wenn man schlichtweg ein Produkt als positiv und das andere als negativ darstellt. Ein großartiges Beispiel hierfür ist, wenn ein teureres Produkt durch Hervorhebung eines Verlusts beworben wird. Ein Kamin für 1000 € kann beispielsweise durch die Aussage beworben werden, dass man 100 € an Stromkosten im Winter einspart – man kann also 100 € für zusätzliche 900 € sparen!

Das Fazit ist somit, dass die Menschen beständig wahrnehmen möchten, dass etwas keinen Verlust darstellt und kein Negativfaktor ist. Zu diesen Wahrnehmungen und Produkten werden sie letztlich hingezogen, und das Neurowissenschafts-Marketing zieht mit Sicherheit auf jede Weise Nutzen daraus.