Nordkorea und die Olympischen Winterspiele 2018

Während die Spannungen zwischen Nordkorea und dem Rest der Welt den bis dato dramatischsten Höhepunkt erreicht haben, und die atomaren Drohungen der Diktatur mehr denn je gefürchtet werden, könnte ein wenig Frieden in Gestalt der Olympischen Winterspiele in Südkorea einkehren, die am 9. Februar 2018 beginnen.

Natürlich findet die meiste Action in den Sportarenen statt, und Sie können für alle Spiele auf Top-Online-Wettbüros Wetten abschließen. Aber Diplomaten sowie alle, die sich für das internationale Geschehen interessieren, werden auch eine Menge Zeit damit verbringen, sich Nordkorea anzuschauen.

Eine sehr empfängliche internationale Gemeinschaft

Die Miteinbeziehung Nordkoreas in die Olympischen Winterspiele folgte auf die jährliche Neujahrsrede des Staatsoberhauptes Kim Jong-un. Er sagte, dass er in Betracht ziehe, Athleten zu den Spielen zu senden, und Südkorea antwortete, dass es diese willkommen heißen würde. Ab diesem Zeitpunkt kam es dann zu Gesprächen und Einigungen.

Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen sich vor Nordkorea in Acht nehmen oder daran, dass sie sich Sorgen darüber machen, was die Durchschnittsbürger des Landes erleiden müssen: Es wurde jedenfalls jeder Versuch unternommen, die Teilnahme Nordkoreas an den anstehenden Winterspielen zu erleichtern.

Südkorea wird bestimmte Sanktionen aufheben, damit Athleten, Fans, Orchestermitglieder,  das Taekwondo-Vorführungsteam und Pressekorps in das Land einreisen können. Das Internationale Olympische Komitee hat zudem die Frist vom 31. Oktober 2017 verlängert, damit Nordkorea sich für die Teilnahme von qualifizierten Athleten bewerben konnte. Die einzig bekannten qualifizierten Athleten sind Eiskunstläufer Tae-Ok und Kim Ju-sik, aber das Komitee gab bekannt, dass es auch Stellvertreter aus Nordkorea berücksichtigen würde. Zusätzlich zu alldem wird dem Komitee nachgesagt, dass es – entgegen der normalen Richtlinien – einige der Rechnungen Nordkoreas übernimmt.

Nord- und Südkorea werden sich sogar gemeinsam in die Eröffnungszeremonie begeben und in einem weiblichen Eishockeyteam gemeinsam spielen. Offizielle Anhänger aus beiden Ländern werden gemeinsam Platz nehmen und sowohl Athleten aus Nord- als auch aus Südkorea anfeuern.  All dies symbolisiert die seit mehr als zehn Jahren scheinbar dramatischste Geste der Aussöhnung zwischen den beiden Koreas.

Eine Geschichte der Diplomatie im Sport

Es ist nicht das erste Mal, dass Nord- und Südkorea über Sportveranstaltungen eine Art Frieden schließen. Südkorea hat mehrere Versuche zur Förderung besserer Beziehungen mit dem Norden unternommen, was bis in die 1960er Jahre zurückreicht. Die Länder sind bei den Olympischen Spielen in Sydney im Jahr 2000 gemeinsam marschiert und haben dies in den darauffolgenden Jahren mehrfach wiederholt. Das letzte Mal fand dies im Jahr 2007 bei den Asiatischen Winterspielen statt.

Als 2008 eine konservative Führung an die Spitze Südkoreas trat, zog diese sich von vielen Nordkorea-Projekten zurück, die sie als provokant ansah und mit denen sie nicht einverstanden war. Dies führte zu einer erneut frostigen Beziehung zwischen den Ländern. Nun aber besteht neue Hoffnung: Südkorea hat sogar die Hoffnung geäußert, dass die Partnerschaft im Sport den politischen Beziehungen mit dem nördlichen Nachbarn ein wenig zugute kommen könnte.

Optimismus, aber auch Realismus

Während die Miteinbeziehung und Teilnahme Nordkoreas als gute Sache angesehen wird, glauben die meisten Insider nicht, dass dies zu einer enormen Änderung der politischen Situation führen wird. Präsident Moon Jae-in muss eine Gratwanderung zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten vornehmen, dem Verbündeten Südkoreas und aktuellen Ärgernis von Kim Jong-un – dank der Kommentare von Präsident Donald Trump.

Manche Experten warnen sogar davor, dass Nordkorea die Aktion als Akzeptanz seines Regimes ansehen könnte oder seine Einreise in Südkorea als Gelegenheit für einen Angriff betrachten könnte. Eine detaillierte Sicherheitsanalyse zeigt jedoch, dass die Spiele sicherer sein werden, falls Nordkorea teilnimmt, anstatt abgelehnt zu werden oder mit Absicht nicht teilzunehmen. Hoffentlich werden die Spiele angenehm verlaufen und den Anfang besserer Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea markieren.