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Mathematikmuseen in den USA und in Deutschland

National Museum of Mathematics in New York City
Quelle: Wikimedia

Gemälde, Statuen, ausgestopfte Tiere, Porzellanfiguren – das sind üblicherweise die Objekte, die in Museen ausgestellt werden. Es gibt aber auch zahlreiche Museen, die sich nicht der Kunst, sondern anderen Bereichen verschrieben haben. Eine Reihe von Häusern beschäftigt sich beispielsweise mit verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen – etwa das National Museum of Mathematics in New York City. Sein Anspruch ist es nicht nur, den Besuchern spannende Exponate zu zeigen, sondern auch, ihr Interesse an der Mathematik zu wecken. Schließlich ist es im Alltag durchaus hilfreich, gut mit Zahlen umgehen zu können – nicht nur,  um bessere Chancen zu haben, wenn man in einem Casino am Spielautomaten sein Glück versucht.

Nordamerikas einziges Mathematik-Museum

Das National Museum of Mathematics befindet sich im New Yorker Stadtteil Manhattan. Seine Ausrichtung auf den Bereich der Mathematik macht es einzigartig in ganz Nordamerika. Dass es eröffnet wurde, hat es der Schließung eines anderen Museums zu verdanken. Das Goudreau Museum of Mathematics in Art and Science in Long Island, seinerzeit das einzige Museum mit dem Fokus auf Mathematik in den USA, wurde im Jahr 2006 geschlossen. Daraufhin plante eine Gruppe um den ehemaligen Mathematikprofessor Glen Whitney, ein neues Museum zu eröffnen. Dafür sammelte sie in weniger als vier Jahren über 22 Millionen Dollar und mietete schließlich Räumlichkeiten in einem Gebäude im Madison Square North Historic District in New York City. Im Dezember 2012 wurde das Museum schließlich eröffnet. Mittlerweile sind darin mehr als 30 Exponate zu sehen, darunter ein Dreirad mit quadratischen Reifen, mit dem man auf einer runden Plattform mit buckliger Oberfläche fahren kann. Auch die meisten anderen Ausstellungsstücke des Museums sind interaktiv und animieren die Besucher dazu, ein Verständnis für verschiedene mathematische Zusammenhänge aufzubringen. Jeden Monat findet im Museum ein Vortrag eines Mathematikers statt, der über Themen wie die Geometrie von Origami oder Mathematik in den Trickfilmserien „Die Simpsons“ und „Futurama“ spricht. Derzeit zahlen Erwachsene 17 Dollar Eintritt für das Museum, für Kinder bis zwölf Jahre kostet ein Ticket elf Dollar.

Mathematikum in Gießen
Quelle: Wikimedia.org

Mathe in Gießen und Dresden

Während das New Yorker National Museum of Mathematics das einzige seiner Art in ganz Nordamerika ist, gibt es in Deutschland einige Häuser, die sich der Mathematik widmen. In Gießen hat beispielsweise im November 2002 das Mathematikum aufgemacht. Damit war es das weltweit erste Mitmachmuseum im Bereich der Mathematik. Federführend bei der Eröffnung war der Mathematikprofessor Albrecht Beutelspacher, der schon jahrelang in seinen Seminaren praktische Übungen mit den Studenten durchgeführt hatte. Nachdem die Stadt Gießen ihm und seinem inzwischen gegründeten Förderverein im Jahr 2001 das ehemalige Hauptzollamt kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, konnte der Aufbau des Museums beginnen. An mehr als 170 Stationen können sich die Besucher zum Beispiel in eine Seifenblase stellen oder mit einer riesigen Murmelbahn spielen. Aus einer temporären Ausstellung für Kinder ist im Mai 2009 die Dauerausstellung Mini-Mathematikum geworden. Diese richtet sich gezielt an Besucher zwischen vier und acht Jahren. Erwachsene zahlen momentan neun Euro Eintritt für das Mathematikum, Kinder sechs Euro. Inspiriert vom Mathematikum in Gießen, eröffnete im Jahr 2008 das „Erlebnisland Mathematik“ in Dresden. Dieses gehört zu den Technischen Sammlungen Dresden und nimmt in deren Räumlichkeiten im Stadtteil Striesen eine Fläche von etwa 1.000 Quadratmetern ein. Darauf befinden sich rund 100 Ausstellungsobjekte, die teilweise dem Kinderbereich „Epsilon“ angehören.

Dauerausstellungen zur Mathematik

Manche Institutionen widmen sich zwar nicht komplett der Mathematik, beherbergen aber immerhin dauerhafte Ausstellungen zum Thema. In das Deutsche Museum in München ist beispielsweise schon seit 1999 das Mathematische Kabinett integriert. Es lässt seine Besucher verschiedene kleine Aufgaben lösen und damit die Welt der Mathematik verstehen. In Passau hat die örtliche Universität eine Dauerausstellung im Foyer der Fakultät für Informatik und Mathematik eingerichtet. An der Bestückung der Ausstellung waren zahlreiche Mitarbeiter der Fakultät beteiligt. Der Eintritt in die Ausstellung ist kostenlos möglich.